Dass Caritas-Mitarbeiterin Denise Rannegger (32) aus Ebensee ihren Traumberuf in der Pflege gefunden hat, ist der Corona-Pandemie geschuldet. Als gelernte Friseurin stand sie im Frühjahr 2020 nach ihrer Karenz vor den coronabedingt geschlossenen Türen des Salons. Die zweifache Mutter wollte aber arbeiten und fand einen Job im Haushaltsservice: „Ich spürte sehr schnell, wie erfüllend es ist, Menschen im Alltag zu unterstützen und mit kleinen Handgriffen Großes zu bewirken.“
Es kommt viel Liebe und Dankbarkeit
Es ist das Vertrauen der Menschen und das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden, das Denise Rannegger überzeugt hat, beruflich in der Sozialbetreuung Fuß zu fassen. Im September 2020 startete sie die Ausbildung zur Fach-Sozialbetreuerin Altenarbeit an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe Josee in Ebensee und arbeitete anschließend in einem Seniorenwohnhaus. Weil sie zusätzliche medizinische Kompetenzen erwerben wollte, absolvierte sie berufsbegleitend noch die Ausbildung zur Pflegefachassistenz. „Mein Praktikum bei den Mobilen Pflegediensten der Caritas hat mir so gut gefallen, dass ich mich direkt beworben habe. Seit 2. April des vergangenen Jahres bin ich fixer Teil des Teams und in den Gemeinden Bad Ischl, Ebensee und St. Wolfgang unterwegs“, erzählt Denise Rannegger.
Am meisten schätzt sie an ihrem Beruf, dass er emotional bereichernd ist: „Es kommt so viel Liebe, Anerkennung und Dankbarkeit von den Menschen und auch von den Angehörigen zurück. Es fühlt sich oft wie eine kleine Familien an.“ Sie lacht viel mit den Menschen, die sie begleitet: beim Haarwaschen, beim Verbandwechsel oder einfach im Gespräch. „Ein kleiner Smiley am Teller, wenn ich das Essen herrichte, zaubert auch oft ein Lächeln ins Gesicht. Genau das macht diesen Beruf so besonders.“
Attraktive Vielfalt
Was die Arbeit in der Mobilen Pflege für sie so attraktiv macht ist die Vielfalt an Aufgaben, die gelebte Menschlichkeit und das starke Team, zu dem sie gehört. Einen „typischen“ Arbeitstag gibt es nicht und genau das liebt Denise Rannegger. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, nah am Menschen und sie lässt sich gut mit der Familie vereinbaren.“
Sie arbeitet 25 Stunden pro Woche, meist vormittags. Ihre Aufgaben reichen von medizinischer Pflege über Körperpflege bis hin zu vielen kleinen Handgriffen, die den Unterschied für die Menschen machen, die sie unterstützt. Auch wenn sie alleine unterwegs ist, fühlt sie sich nie allein: „Meine Teamleitung hat immer ein offenes Ohr, und die Kolleginnen sind großartig. Wir reden offen miteinander, helfen einander und halten zusammen. Das gibt Kraft auch in schwierigen Momenten.“ Die Caritas bietet zusätzlich Supervision und mit CariCare ein spezielles Unterstützungsangebot für Mitarbeitende.
Pflege ist mehr als ein Beruf – es ist eine Haltung
Pflege bedeutet für Denise Rannegger Beziehung, Respekt, Zuhören und Vertrauen. „Viele glauben, Pflege sei nur Körperpflege. Aber das stimmt nicht. Es geht um den ganzen Menschen.“ Besonders junge Menschen will sie ermutigen, den Beruf kennenzulernen: „Schaut es euch an! Ihr werdet überrascht sein, wie erfüllend und lebensnah diese Arbeit ist. Es ist ein Beruf, der unglaublich viel zurückgibt und einen bis ins Herz berührt.“ Und für alle, die über einen Quereinstieg nachdenken, hat sie eine klare Botschaft: „Wer darüber nachdenkt, ist innerlich oft schon bereit dafür.“
Nähere Informationen zu den Mobilen Pflegediensten, zu freien Stellen und zu den Caritas-Schulen für Sozialbetreuungsberufe gibt es unter www.mobiledienste.or.at oder www.caritas-ooe.at/jobs oder unter www.ausbildung-sozialberufe.at