Melanie Gahleitner aus Neukirchen am Walde ist Ergotherapeutin aus Leidenschaft. Seit drei Jahren bringt sie ihre Expertise im Caritas-Team in Engelhartszell ein und bereichert dort das Team „Aktiv im Alter“ im invita-Wohnhaus und im Seniorenwohnhaus St. Bernhard.
Mit innovativen Methoden der unterstützten Kommunikation eröffnet sie nun älteren, beeinträchtigten Menschen mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung.
Freue bereiten
„Es geht darum, den Menschen Freude zu bereiten“, sagt Melanie Gahleitner. Dieser Leitsatz zieht sich durch ihre gesamte Arbeit. Ob beim wöchentlichen „Aktiv im Alter“-Treff mit Backen und Basteln, beim spontanen Uno-Spiel in der Kleingruppe oder in persönlichen Einzeltherapien – stets steht das Miteinander und das individuelle Wohlbefinden im Vordergrund. Ergotherapeutische Maßnahmen fließen in die Aktivitäten ein, ohne sich aufzudrängen.
Ein neues Gefühl von Selbstwirksamkeit
Ein besonderes Anliegen ist der 38-Jährigen das Thema „Unterstützte Kommunikation“. 2007 kam sie erstmals damit in Kontakt und ihre Faszination hält bis heute an. In Engelhartszell hat sie durch ihre Initiative den Einsatz moderner Hilfsmittel vorangetrieben.
Geräte wie der Powerlink ermöglichen es, durch einfaches Drücken eines großen Tasters elektrische Geräte wie Saftpressen, Kaffeemühlen oder Küchenmaschinen selbst zu bedienen. Diese scheinbar kleinen Handlungen, zum Beispiel sich selbst einen Orangensaft zu pressen, schaffen ein neues Gefühl von Selbstwirksamkeit und fördern die Motivation zur aktiven Beteiligung. Für die Caritas-Mitarbeiterin war jedoch klar, dass der Powerlink nur der Anfang sein kann. Sie holte sich gezielt Beratung zu weiteren assistierenden Technologien und initiierte eine Testphase vor Ort.
Individuell angepasste Geräte
Heute nutzen mehrere Bewohner*innen individuell angepasste Geräte, die per Fingertipp oder sogar durch Augenbewegungen gesteuert werden. Die Kommunikationshilfen sind exakt auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen abgestimmt – mit Symbolen, hinter denen sich einzelne Worte, Fragen, Wünsche oder auch Lieblingsspeisen verbergen. So kann ein Bewohner mit wenigen Blicken mitteilen, dass er sich ein Bratlschmalzbrot wünscht. Oder einfach nur sein Gegenüber fragen: „Was machst du heute noch?“
Norbert, einer der Bewohner, nutzt seine Kommunikationshilfe besonders aktiv: Der Rollstuhlfahrer ist gerne am Stiftsgelände unterwegs und sucht dabei auch das Gespräch mit Passant*innen. Nur hatte er bisher das Problem, oft nicht verstanden zu werden. Mit gezielt abgespeicherte Fragen wird ihm nun ermöglicht, ein Gespräch zu beginnen. Er kann aber genauso um Hilfe bitten, wenn sich sein Rollstuhl im Schotter festfährt. „Für ihn ist es ein Schritt in Richtung echter Teilhabe auch außerhalb des Wohnbereichs“, so die Caritas-Mitarbeiterin.
Unterstützung auch für neue Mitarbeiter*innen
Auch für neue Mitarbeiter*innen bringt der Einsatz unterstützter Kommunikation große Erleichterung. Während langjährige Kolleg*innen die individuelle Lautsprache der Bewohner*innen oft gut verstehen, stehen neue Teammitglieder anfangs vor einer Herausforderung. Die Kommunikationsgeräte helfen dabei, Missverständnisse zu vermeiden. „Das reduziert Frust auf beiden Seiten. Wenn man sich nicht verstanden fühlt, entstehen sonst leicht Spannungen“, weiß Melanie Gahleitner aus Erfahrung.
Damit diese Freiheit funktioniert, braucht es Training. Die Steuerung per Augenbewegung muss gelernt werden. Aber wer den Fernseher per Augensteuerung selbst ein- und ausschalten, Programme wechseln oder die Lautstärke regeln kann, gewinnt ein Stück Unabhängigkeit. Das motiviert die Bewohner*innen spürbar und macht deutlich, wieviel Lebensqualität durch passende Unterstützung möglich wird.
Wer die Caritas-Teams bereichern möchte, findet auf www.caritas-ooe.at/jobs offene Stellen.