Pflegegeld

Pflegegeld ist eine pauschalierte Leistung zur teilweisen Abdeckung der pflegebedingten Mehraufwendungen und stellt keine Einkommenserhöhung dar. 

Das Pflegegeld soll den Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben und/oder den Verbleib im gewohnten sozialen Umfeld ermöglichen. Die Höhe des Pflegegeldes ist in sieben Stufen festgelegt und als pauschalierter Beitrag zu den tatsächlichen Kosten für die Betreuung und Pflege zu verstehen. Pflegegeld wird einkommens- und vermögensunabhängig gewährt.

Etwa 70 Prozent der Bezieher sind in den Pflegestufen eins bis drei. Die tatsächlichen Kosten der Pflege werden gerade hier oft nicht abgedeckt. Voraussetzung für die Gewährung von Pflegegeld für die Pflegegeldstufe 1 ist ein ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf von mehr als 65 Stunden im Monat wegen körperlicher, geistiger o. psychischer Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird.

 

Sieben Pflegegeld-Stufen

Das Pflegegeld ist ein pauschaler Beitrag zu den entstehenden finanziellen Belastungen aufgrund von Pflegebedürftigkeit. Die Höhe richtet sich nach der Einstufung in eine der sieben Pflegegeldstufen. Das Pflegegeld wird monatlich (12x im Jahr) ausbezahlt.

Seit 01.01.2012 hat der Bund die Landespflegegelder übernommen.

Neu seit 1. Jänner 2016 ist eine 2%ige Erhöhung für alle Pflegegeldstufen:

  • Stufe 1 mehr als 65 h/Monat Pflegebedarf: 157,30 Euro
  • Stufe 2 mehr als 95 h/Monat Pflegebedarf: 290,00 Euro
  • Stufe 3 mehr als 120 h/Monat Pflegebedarf: 451,80 Euro
  • Stufe 4 mehr als 160 h/Monat Pflegebedarf: 677,60 Euro
  • Stufe 5 mehr als 180 h/Monat Pflegebedarf: 920,30 Euro
  • Stufe 6 mehr als 180 h/Monat und zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen oder dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson: 1.285,20 Euro
  • Stufe 7 mehr als 180 h/Monat und keine zielgerichtete Bewegung der vier Extremitäten - praktische Bewegungsunfähigkeit: 1.688,90 Euro

 

Voraussetzungen für Pflegegeld

  • Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnes-behinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird
  • Stellen eines Antrages
  • Absolvierung einer Begutachtung im Rahmen des Pflegegeldeinstufungsverfahrens 
  • Gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich; unter bestimmten Voraussetzungen kann das Pflegegeld auch in einem EWR-Staat geleistet werden.

 

Ansprechstelle

  • Bei Pensionen und Renten die auszahlenden Versicherungen
  • Landesstellen des Bundessozialamts: bei Renten aus der Kriegsopferversorgung, der Heeresversorgung sowie nach dem Impfschadengesetz (www.bundessozialamt.gv.at)

 

Zuständigkeiten / Zuständige Anstalten für Pflegegeld

  • Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Berufstätige, mitversicherte Angehörige (z. B. EhepartnerIn, Kind), BezieherInnen von Mindestsicherung, Leistungen aus dem Opferfürsorgegesetz oder einer Vollrente der AUVA
  • Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA): pensionierte Landes-/Gemeindebeamte, LandeslehrerInnen, land- u. forstwirtschaftliche LandeslehrerInnen sowie Österreichische Post AG, Telekom Austria AG und Österreichische Postbus AG, VfGH
  • Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB): Österreichische Bundesbahnen 

 

Fortzahlung des Pflegegeldes bei Krankenhausaufenthalt

Generell ruht das Pflegegeld während eines Aufenthalts in einem Krankenhaus bzw. während einer Rehabilitation oder eines Kuraufenthaltes ab dem ersten Folgetag nach der Aufnahme und wird erst wieder ab dem Tag der Entlassung weiterbezahlt.

Wenn die häusliche Betreuungsperson (z. B. Angehörige/r, Personen-betreuerIn der 24-Stunden-Betreuung) über ihre Tätigkeit sozial-versichert ist oder als Begleitperson im Krankenhaus, bei einem Kur- oder Rehabilitationsaufenthalt dabei sein muss, kann das Pflegegeld auf Antrag in unterschiedlicher Höhe auch während des stationären Aufenthaltes weiter bezahlt werden (siehe Voraussetzungen). 

Die Fortzahlung ist mit maximal drei Monaten befristet, kann aber in besonderen Härtefällen verlängert werden.

Den stationären Aufenthalt müssen Sie binnen 4 Wochen an die Stelle, die das Pflegegeld auszahlt, melden.

Um das Pflegeld in diesem Fall zu erhalten müssen Sie einen Antrag stellen und es müssen folgende Umstände vorliegen: 

  • Pflegende Angehörige sind über eine begünstigte Weiter- oder Selbstversicherung sozialversichert  Anspruch auf Fortzahlung in Höhe des vom Versicherten zu zahlenden Beitrags
  • Die Betreuungsperson ist über ein Dienstverhältnis oder eine gewerbliche selbstständige Betreuungstätigkeit (z. B. Personen-betreuerIn) sozialversichert Anspruch auf Fortzahlung in der Höhe der daraus entstehenden Kosten
  • Die Aufnahme in das Krankenhaus ist ohne Begleitperson nicht möglich (z. B. bei Kindern) oder ein Kuraufenthalt kann nur mit einer Begleitperson absolviert werden Anspruch auf Fortzahlung in voller Höhe

Die Ansprechstelle ist die, von der das Pflegegeld ausbezahlt wird.