Wann erhalte ich Pflegekarenz?

Die Pflegekarenz ermöglicht seit 1.1.2014 die Abwesenheit vom Arbeitsplatz für mindestens 1 Monat bis maximal 3 Monate. Das Arbeitsentgelt ruht für diese Zeit. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz sondern die Inanspruchnahme benötigt eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in.

ine Pflegekarenz kann für jede pflegebedürftige Person einmalig von mehreren Angehörigen in Anspruch genommen werden. Dies ist nicht gleichzeitig, aber nacheinander möglich. Anspruch auf Pflegekarenzgeld besteht für insgesamt maximal 6 Monate (z.B. 2 x 3 Monate). Eine Pflegekarenz kann nur nach einer wesentlichen Verschlechterung der Situation der betreuungs-/pflegebedürftigen Person um mindestens eine Pflegegeldstufe ein weiteres Mal genutzt werden.

 

Ansprüche in der Zeit der Pflegekarenz

 

  • Pflegekarenzgeld
  • Übernahme von Pensions- und Krankenversicherungsbeträgen
  • Zeiten der Pflegekarenz zählen als Versicherungsmonate in der Pensionsversicherung
  • Übernahme der Beitragszahlungen für den Abfertigungsanspruch („Abfertigung neu“) für die Dauer der Pflegekarenz
  • Rückkehrrecht zur ursprünglichen Normalarbeitszeit nach Ablauf der Pflegekarenz ODER frühestens 2 Wochen nach Wegfall der Notwendigkeit (z. B. Aufnahme in ein Pflegeheim, dauerhafte Übernahme der Betreuung/Pflege durch andere Personen, Tod des/der Angehörigen)
  • Schutz vor Kündigung aufgrund der Inanspruchnahme einer Pflegekarenz
  • Recht auf Entscheidung über einen Pflegegeldantrag innerhalb von 14 Tagen bei beabsichtigtem Antritt einer Pflegekarenz

 

 

Diese Leistungen werden in der Pflegekarenz nicht gewährt

  • Förderung einer 24-Stunden-Betreuung
  • Zuwendungen aus dem Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung (Kosten einer Ersatzpflege)
  • Krankengeld  

Voraussetzungen für Pflegekarenz

  • Der pflege-/betreuungsbedürftigen Person wurde mindestens Pflegegeldstufe 3 zuerkannt (vorliegender Pflegegeldbescheid) ODER
  • Die pflege-/betreuungsbedürftige Person ist nachweislich an einer Demenz erkrankt und ihr wurde mindestens Pflegegeldstufe 1 zuerkannt (vorliegender Pflegegeldbescheid) ODER
  • Die pflege-/betreuungsbedürftige Person ist minderjährig und ihr wurde mindestens Pflegegeldstufe 1 zuerkannt (vorliegender Pflegegeldbescheid)
  • Status als naher Angehöriger im Sinne des Gesetzes: Ehegatte/ Ehegattin und deren Kinder, die Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern, Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder, den/die Lebensgefährten/ Lebensgefährtin und dessen/deren Kinder, den/die eingetragene/n Partner/in und dessen/deren Kinder sowie Geschwister, Schwiegereltern und Schwiegerkinder Ein ist kein gemeinsamer Haushalt mit der pflegebedürftigen Person notwendig.
  • Das Arbeitsverhältnis hat ununterbrochen mindestens 3 Monate gedauert (Vollversicherung nach dem ASVG bzw. B-KUVG, d.h. keine geringfügig Beschäftigten)
  • Abschluss einer schriftlichen Vereinbarung über die Pflegekarenz zwischen Arbeitgeber/in (bzw. AMS) und Arbeitnehmer/in, die Beginn und Dauer der Pflegekarenz enthält. Der Betriebsrat kann auf Wunsch beigezogen werden. Für BezieherInnen von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe ist eine Vereinbarung über Pflegekarenz mit dem AMS möglich.
  • Kein Beschäftigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz (MSchG), keine Karenz nach dem MSchG bzw. Väter-Karenzgesetz oder anderen gleichartigen österreichischen Rechtsvorschriften und keine aktuelle Ableistung eines Präsenz- oder Zivildienstes.
  • Bei Bezug von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe: Abmeldung vom Bezug