Vorsorgevollmacht

Möglichkeiten

Durch eine Vorsorgevollmacht kann man eine oder mehrere Personen des Vertrauens für bestimmte Lebensbereiche zu stellvertretenden Rechthandlungen bevollmächtigen, für den Fall, dass man selbst nicht mehr entscheidungs- und handlungsfähig ist. Es kann festgelegt werden, welche Personen welche Angelegenheiten (genaue Beschreibung notwendig), unter welchen Bedingungen (z.B. Kontrollmechanismen, wie Vier-Augen-Prinzip, Aufwandersätze) stellvertretend wahrnehmen können. Die genannten Personen sind durch die Vorsorgevollmacht allerdings nicht verpflichtet, die Vertretung auch wahrzunehmen.
In einer Vorsorgevollmacht kann man auch WunschkandidatInnen für den Fall einer Besachwaltung festlegen oder bestimmte Personen von vornherein ablehnen (Sachwalterverfügung). Die Sachwalterverfügung kann im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) durch einen Notar oder einen Rechtsanwalt registriert werden, um eine leichte Auffindbarkeit zu gewährleisten. Für die Vertreung in "außergewöhnlichen Angelegenheiten" muss eine sog. "qualifizierte Vorsorgevollmacht" errichtet werden, fpr die besondere Formvorschriften gelten. Die Erstellung vor Gericht, Rechtsanwälten, Notaren ist bei dieser Form zwingend. 
Eine Vorsorgevollmacht ist jederzeit widerrufbar. Empfehlenswert ist eine Eintragung der Vorsorgevollmacht in das Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis (ÖZVV), damit die Vorsorgevollmacht im Ernstfall auffindbar ist.

Vorrausetzungen

Arten der Vorsorgevollmacht:

  • eigenhändige Vorsorgevollmacht: zur Gänze selbst geschrieben und unterzeichnet
  • "fremdhändige" Vorsorgevollmacht, d..h. eigenhändige Unterschrift UND Bekräftigung des Inhalts durch drei Zeugen (z.B. Formular des B; für Justiz). Die Zeugen dürfen nicht die Bevollmächtigten sein!
  • Erstellung vor Gericht, Rechtsanwälten, Notaren (zwingend für die "qualifizierte Vorsorgevollmacht"

Für eine Registrierung im ÖZVV: Eintragung durch einen Rechtsanwalt oder Notar

Ansprechstelle

Qualifizierte Vorsorgevollmacht

Möglichkeiten

Für Vorsorgevollmachten, die für sogenannte "außergewöhnliche Angelegenheiten" errichtet werden, gelten besondere Vorschriften. Deshalb werden sie auch "qualifizierte Vorsorgevollmachten" genannt. Als außergewöhnliche Angelegenheiten gelten:

  • Schwerwiegende medizinische Behandlungen (z.B. Amputationen, Chemotherapie, PEG-Sonden)
  • Dauerhafte Veränderung des Wohnortes (z.B. Übersiedlung in ein Seniorenwohn- oder Pflegehaus)
  • Vermögensangelegenheiten, die über das gewöhnliche Maß hinausgehen (Verkauf/Vermietung eines Hauses, Wohnung, etc.)

Die genannten Personen sind durch die Vorsorgevollmacht allerdings nicht verpflichtet, die Vertretung auch wahrzunehmen. Eine Vorsorgevollmacht ist jederzeit widerrufbar. Empfehlenswert ist eine Registrierung im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖCZZ), damit die Vorsorgevollmacht im Ernstfall auffindbar ist. 

Voraussetzungen

Beiziehen eines Notars bzw. Rechtsanwalts, der für die korrekte Formulierung des Textes verantwortlich ist, über die möglichen Folgen berät, dies schriftlich bestätigt und die Identität anhand eines amtlichen Lichtbildausweises kontrolliert.

Für eine Registrierung im ÖZVV:

  • Eintragung durch einen Rechtsanwalt oder Notar

Ansprechstelle