Technische, altersgerechte Assistenzsysteme für ältere Menschen erleichtern den Alltag

Die Caritas startet Pionier-Projekt im Waldviertel

Die Lebenserwartung in Österreich steigt stetig und damit auch der Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Die Pflege-Expert*innen der Caritas in der Diözese St. Pölten kennen diesen Wunsch nur allzu gut und sind immer bemüht, eine individuelle Betreuung und Pflege für die betroffene Person zu entwickeln. Dabei können moderne, technische Hilfsmittel entscheidend dazu beitragen, den Komfort, vor allem aber auch die Sicherheit in den eigenen vier Wänden zu erhöhen. Daher startet die Caritas nun ein Leader-Projekt, das in Zusammenarbeit von mehreren Caritas-Sozialstationen in der Leader-Region Waldviertler Grenzland umgesetzt wird.

Bei den smarten, kleinen Helfern handelt es sich um altersgerechte, technische Assistenzsystemen für ältere Menschen die auf Betreuung und Pflege angewiesen sind. In einer eigens von der Caritas eingerichteten Musterwohnung in der Gemeinde Thaya, können sich Interessierte die einzelnen Produkte direkt vor Ort ansehen und ausprobieren. Neben dem bereits bewährten Notruftelefon, das über ein Armband einen Notruf senden kann, gibt es spezielle Rauch- und Temperatur-Melder, die ebenfalls an der Caritas-Notrufzentrale angeschlossen sind. Bei einem Alarm durch die Melder, meldet sich automatisch die Notrufzentrale bei den Betroffenen. Liegt tatsächlich ein Notfall vor, werden sofort die Rettungskräfte verständigt. Ähnlich funktioniert die Alarmierung bei sogenannten Fallsensoren: Stürzt eine Person zu Boden, wird automatisch eine Verbindung mit der Notrufzentrale hergestellt und gegebenenfalls der Rettungsdienst alarmiert.

Wichtig sind auch spezielle Angebote für Menschen mit einer Demenzerkrankung. Auch hier können einfache technische Helfer für die Betroffenen eine große Hilfe sein. So gibt es in der Musterwohnung zum Beispiel ein Telefon, wo neben extra großen Tasten auch einige Tasten mit Fotos von Angehörigen hinterlegt sind. Somit muss man für den Kontakt zu engen Verwandten oder Freunden keine Nummer mehr eingeben – ein Tippen auf das Foto reicht. Da demenz-erkrankte Personen mitunter auch desorientiert sind, kann ein spezielles GPS-Armband Angehörigen sowie der Caritas-Notrufzentrale helfen, im Notfall schnell die Person orten zu können.

Dies sind nur einige Beispiele, die in der neuen Musterwohnung in Thaya besichtigt werden können und die Teil dieses LEADER-Projekts sind. „Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen für ältere Menschen so zu verbessern, dass diese durch eine optimierte Kombination von persönlicher Betreuung und dem Einsatz assistiver Technologien – von uns liebevoll „die kleinen Helferlein“ genannt - möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause bleiben können.“ erklärt Caritas-Projektleiterin Claudia Rathmanner.

Voraussetzung für eine gute Umsetzung ist aber auch, dass beide Seiten, betreute als auch unterstützende Personen wie zum Bespiel Angehörige, bereit sind, diese technischen Hilfsmittel zu akzeptieren und zu nutzen. Im Projekt werden deshalb auch Akzeptanz- und Sinnfragen gestellt und versucht, passende Lösungen und Angebote zu erarbeiten. Die Erkenntnisse aus dem mehrjährigem Projekt werden in die Arbeit der Caritas einfließen, aber auch anderen Organisationen sowie pflegenden Angehörigen zur Verfügung stehen.

Bilder von der Musterwohnung
mit den altersgerechten, technischen Unterstützungsmöglichkeiten "Helferlein"

Kontakt & Besichtigung

Für Menschen, die sich über diese Assistenzsysteme genauer informieren möchten, steht eine Musterwohnung zu Demonstrationszwecken zur Verfügung. Besichtigung gerne nach Terminvereinbarung. Tag der offenen Tür am 22. Oktober 2021 von 10 bis 14 Uhr!

Aktuell befindet sich diese Musterwohnung im neuen Fleischhacker-Wohnhaus in der Gemeinde Thaya (Gartenzeile 16 / Top 3, 3842 Thaya).

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DGKP Claudia Rathmanner

Leiterin der Kompetenzstelle Demenz

Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union