Gedenkfeier: Gehen ins Licht

05.11.19

35 Menschen, die wir ein paar Tage oder Wochen bis viele Jahre in unserem Haus St. Elisabeth begleiten durften, sind in dem Jahr zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 verstorben. Am 5. November kamen Angehörige, Bewohner und Bewohnerinnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer stimmungsvollen Andacht in der Kapelle zusammen, um an die Verstorbenen zu erinnern und für sie zu beten. Es wurden ihre Namen verlesen und Fotos gezeigt – zumeist solche, die bei der einen oder anderen Gelegenheit hier im Heim aufgenommen worden waren. Für jede und jeden wurde eine Kerze des Gedenkens entzündet.

Dazu sprachen Diakon Johannes Kräftner und Seelsorgerin Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel Gebete und lasen Texte vor. Das durchlaufende Thema war dabei die christliche Hoffnung, dass unsere Toten zu Gott gehen, in sein Licht und seine Liebe. In einem Lied von Reinhard Mey, das ebenfalls erklang, heißt es: „Hadern dürfen wir nicht, aber wir dürfen weinen.“ In der Trauer sind alle Gefühle erlaubt – manche kamen auch in dieser Feierstunde zum Ausdruck. Und wenn die Augen Tränen haben, kann das göttliche Licht der Seele einen Regenbogen schenken. So kann auch für Trauernden wahr werden, wovon Reinhard Mey auch singt: „und das Dunkel weicht dem Licht“.

Nach der Feierstunde konnten Angehörige, Pflegepersonal und Bewohner/innen bei Kaffee und Plätzchen im Foyer noch ins Gespräch kommen. Es war schön und berührend, wie viel Verbundenheit, die ja mit manchen Familien durch lange Jahre gewachsen ist, dabei noch einmal spürbar wurde. Für viele Angehörige, aber auch für alle, die im Haus leben und arbeiten, ist dieses Gedenken und Zusammensein ein wichtiger Baustein in der Verarbeitung des Sterbens, von Abschied und Verlust. Ein klein Wenig von dem Licht, das wir für die Verstorbenen erhoffen, wird dabei unter uns spürbar.

 

"Lass nun ruhig los das Ruder" von Reinhard Mey: https://www.youtube.com/watch?v=Jus6JxYMHD8&list=RDeLSiiQuXtCM&index=3

 

05.11.2019 Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel