Mein Vater kann sich sehr schlecht im Tagesablauf orientieren, er verwechselt Morgen und Abend. Welche Gründe kann das haben?

Orientierungslosigkeit kann z.B. aufgrund einer herabgesetzten Merkfähigkeit auftreten. Sich nicht orientieren zu können, führt zu Angst und Unruhezuständen.
1. Schritt: Ebene der Orientierungsstörung klären: zeitlich, örtlich, persönlich, situativ. Z.B. Verlust des Zeitgefühls (zeitliche Orientierungsstörung). Achten Sie bei verlorengegangenem Zeitgefühl auf zeitliche Alltagsorientierung (sich zeitlich zurechtfinden verbessert das Gefühl der Sicherheit): z.B. indem Sie mit Uhren arbeiten – in Augenhöhe anbringen (darauf achten, dass sie auch funktionieren), Kalenderarbeit, indem Sie wichtige Termine auf einem Stehkalender notieren bzw. die Person mit Demenz motivieren, selbst zu schreiben. Eventuell Tages- und Wochenzeitungen einsetzen (Brücken zur Gegenwart bauen). Fernsehprogramm bereit legen (richtigen Tag aufschlagen und gemeinsam Sendungen, die interessieren  farblich markieren). Tagesstrukturierung (immer zur selben Zeit das Gleiche anbieten – Stetigkeit fördert die Vorhersehbarkeit). Aktivitäten anbieten, die sich an früheren Gewohnheiten orientieren. Bestimmte Radiosendungen zu bestimmten Zeiten, z.B. Gottesdienst am Sonntagvormittag.

Dieser Tipp stammt von Frau DGKP Eva-Maria Sachs-Ortner, Caritas Kärnten – Fachstelle mobile Demenzberatung

 

Disclaimer: Die Caritas arbeitet jeden Tag mit tausenden Menschen, die an Demenz erkrankt sind, sowie mit vielen Angehörigen, die sie im Alltag unterstützen. Die Tipps sind aus unserer täglichen Erfahrung gesammelt. Sie sind nicht in jeder Phase einer demenziellen Erkrankung gleich gut anwendbar und ersetzen nicht die ärztliche Untersuchung oder die Unterstützung durch professionelle Beratung oder Hilfe.

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