Grundsätzliches

Was ist Demenz?

Demenz ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, die diverse Funktionen des Gehirns betreffen. Es kommt dabei zu Störungen der Gedächtnisleistung, sowie anderer kognitive Leistungen, u.a. der zeitlichen und örtlichen Orientierung. Die Kommunikationsfähigkeit ist beeinträchtigt und es zeigen sich Emotionale - und Verhaltensänderungen, sodass die Alltagsbewältigung der Betroffenen zunehmend erschwert ist.

Es lassen sich verschiedene Demenzformen unterscheiden, wie etwa die Alzheimerkrankheit, vaskuläre Demenzen, frontotemporale Demenz und Lewy-Body-Demenz.

Eine Demenz kann auch als Begleiterscheinung von anderen Krankheiten auftreten u.a. bei Parkinson-Erkrankung, Alkoholabusus, Chorea Huntington. 

Weiters kann eine Depression demenzähnliche Symptome verursachen oder eine bestehende Demenz von einer Depression begleitet werden. 

Was ist Validation?

Validation ist eine Kommunikationsmethode, mittels derer man lernen kann, mit sehr alten Menschen die an Desorientierung leiden, in Verbindung zu treten und auch zu bleiben 

Validation = Gültigkeitserklärung ( „gültig“ engl. valide) 

Gültig ist für die Validationsanwender die Gefühls- und Erlebenswelt der mangelhaft orientierten und desorientierten alten Menschen (englisch: malorientated and desorientated Person) 

Naomi Feil, die Begründerin von Validation, nennt ihre entwickelte Methode „einfühlsame Kommunikation“ Für sie selbst, ist die allerwichtigste Charakteristik des sehr hohen Alters, dass die Entwicklungsprozesse eines Lebens und körperlichen Veränderungsprozesse, untrennbar miteinander verbunden sind. 

„Man muss den ganzen Menschen betrachten, nicht nur den Zustand seines Gehirns, um die Gründe für sein Verhalten zu begreifen“ 

Validation besteht aus einem „Dreieck“  Grundhaltung - Technik -Theorie

Grundhaltung: eine grundlegend, einfühlsame, respektvolle und nicht wertende, sowie urteilsfreie Einstellung und Haltung.

Theorie: eine Entwicklungstheorie für alte, mangelhaft orientierte und desorientierte Menschen die uns hilft, ihr Verhalten zu verstehen

Technik: spezifische verbale und nonverbale Techniken, die diesen Menschen helfen, ihre Würde wieder zu gewinnen. 

Warum Validation?

Validation basiert auf einer Geisteshaltung, die älteren Erwachsenen vor allem Respekt und Einfühlung entgegenbringt. 

Validation ermöglicht eine Einschätzung des Verhaltenstypus der desorientierten alten Menschen, und bietet einfache, praktische Techniken an, die helfen ihre Würde wieder herzustellen, und verhindert dass sie in das Stadium des Vegetierens absinken. 

Desorientierte Menschen, die in ihrem „so sein“ anerkannt und regelmäßig validiert werden, zeigen weniger oft ein herausforderndes „schwieriges“ Verhalten. 

Es entsteht eine entspannte, angenehme Atmosphäre, in der sowohl die betreuten Menschen, als auch die Pflegepersonen von höherer Lebensqualität profitieren. 

 

Ziele: 

  • Wiederherstellung des Selbstwertgefühles
  • Abbau von Stress
  • eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der ein alter Mensch unaufgearbeitete Konflikte aus der Vergangenheit nach seinen eigenen Bedürfnissen lösen kann
  • Reduktion von chemischen und physischen Zwangsmitteln
  • Aufrechterhaltung der verbalen und nonverbalen Kommunikation 
  • Verhinderung eines Rückzugs in das Vegetierens
  • Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens. 
  • körperliche und soziale Funktionen verbessern sich
  • Begleitung beim Aufarbeiten von unerledigten Aufgaben, Konflikten und unerfüllten Bedürfnissen
  • ein Rückzug in das innere Dasein wird verhindert

 

Welchen Menschen hilft Validation? 

Es sind Menschen, die an der spät einsetzenden DAT (Demenz vom Typ Alzheimer) leiden. 

Validation hilft Menschen, die unabhängig von der medizinischen Diagnose folgende Charakteristika aufweisen:  

  • Achtzig Jahre und älter 
  • in ihrer Biographie gibt es keine psychiatrischen Erkrankungen 
  • die Desorientierung ist nicht auf eine körperliche Erkrankung, wie Morbus Pick, Drogenintoleranz, Dehydration, Vitaminmangel… zurück zu führen. 
  • Die Desorientierung ist auf eine Kombination von Verlusten und die Unfähigkeit diese zu bewältigen zurück zu führen. 

 

Körperliche Verluste:  

  • Beeinträchtigung des Gehirns und der Sinne
  • Häufig eingeschränkte Bewegungsfähigkeit 

 

Psychologisch Verluste:

  • mehrere verdrängte Verluste im Laufe des Lebens
  • unerledigte Lebensaufgaben oder Krisen, Konflikte, das Kurzzeitgedächtnis wird durch das Langzeitgedächtnis ersetzt 
  • kognitive Verluste und soziale Verluste 
  • Gesellschaftlicher Statusverlust 
  • wichtige Rollen gehen verloren (Mutter, Hausbesitzer…) 

Mit Validation auf Augenhöhe

Validation ist eine Kommunikationsmethode, durch die man lernen kann, mit sehr alten Menschen, die an Desorientierung leiden, in Verbindung zu treten und auch zu bleiben. Die Begründerin der Validation, Naomi Feil, baute ihre Methode auf der Erkenntnis auf, dass „man den ganzen Menschen betrachten [muss], nicht nur den Zustand seines Gehirns, um die Gründe für sein Verhalten zu begreifen“ So kann eine „einfühlsame Kommunikation“ entstehen.

Desorientierte Menschen, die in ihrem „So-Sein“ anerkannt und regelmäßig validiert werden, zeigen, nach Feil, weniger oft ein herausforderndes „schwieriges“ Verhalten. Es entsteht eine entspannte, angenehme Atmosphäre, in der sowohl die betreuten Menschen als auch die Pflegepersonen von hoher Lebensqualität profitieren.

Ihre Wurzeln hat die Validation in der klientenzentrierten Gesprächsführung, die der US-amerikanische Psychotherapeut Carl Rogers in den 1960er Jahren entwickelte. Daraus abgeleitet ist ihr zentrales Ziel, das Verhalten von Menschen mit Demenz als für sie gültig zu akzeptieren – zu validieren. Validation ist jedoch keine Therapieform. Vielmehr ist sie eine einfühlsame Grundhaltung gegenüber alten, desorientierten Menschen, die es ermöglicht diese entlastend zu begleiten und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.